Afrikatage: Kolonial-rassistische Stereotype und ‚Afrikanische Dörfer‘

In einer Presseaussendung (siehe unten) vom Ende des Festivals informierte Pamoja, die Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora in Österreich, dass Maxvita vom 9.-12. Juni 2005 im Augsburger Zoo ein, wie sie es nannten, „African Village“ organisierte. Menschen afrikanischer Herkunft sowie ihre Organisationen wurden im Augsburger Zoo zur Schau gestellt.

Damals reagierte die NGO Bana Ba Sawa e.V., ein Verein zur Pflege der Kultur der Sawa, eine kamerunische Bevölkerungsgruppe, die im besonderen Maße unter den deutschen Kolonialpraktiken zwischen 1884 und 1914 zu leiden hatte, wie folgt: „Ein Zoo ist ein Tierpark. Afrikaner/innen im Zoo einem europäischen Publikum vorzuführen – zumal noch unter dem Banner des exotischen – bedeutet, diese Menschen eher der Sphäre der Natur als der Kultur zuzuschreiben.“

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) kritisierte die Art und Weise wie die Firma Maxvita Gmbh mit der Vergangenheit Afrikas im europäischen Denken vorgeht. Nämlich „Die Reproduktion kolonialer Blick-Verhältnisse, in denen Schwarze Menschen als exotische Objekte, als Un- oder Untermenschen in trauter Einheit mit der Tierwelt in einer offenbar zeitlosen Dörflichkeit betrachtet werden können und den Mehrheitsdeutschen als Inspiration für künftige touristische Reiseziele dienen, ist wohl kaum als gleichberechtigte kulturelle Begegnung zu verstehen.

ISD argumentierte weiter, „dass in der Geschichte der Völkerschauen nicht nur rassenanthropologische Untersuchungen an den DarstellerInnen vorgenommen worden sind, sondern dass viele von ihnen in Folge der schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen starben und wies darauf hin, dass Schwarze Deutsche auch während des Nationalsozialismus, nämlich von der Zwischenkriegszeit bis in die vierziger Jahre, dazu gezwungen waren, in Völkerschauen aufzutreten, weil ihnen andere professionelle Sphären verschlossen wurden. Viele Schwarze Menschen kamen im Zuge der rassistisch begründeten Herabwürdigung und juristisch legalisierten Verfolgung während des Nationalsozialismus ums Leben.

Die Redaktion von :: Afrikanet.info schließt sich dieser Kritik an. Wir stehen, wie das Aktionskomitee Schwarze Menschen in Österreich (AKSMÖ) damals schon formulierte, für „gerechte Bilder von Afrika, seinen Menschen und seiner Diaspora jenseits von Klischees“.

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