Clément Mutombo, Pionierforscher der Domino-Beziehungen im Kongo gestorben
Dr. Clément Mutombo, geboren im Jahre 1949 in Kananga, Zaire (Heutige Demokratische Republik Kongo), studierte dort Demographie an der nationalen Universität und Soziologie an der Universität Wien. Mutombo beschäftigte sich seit 1996 auch als Lehrbeauftragter an den Universitäten Wien und Innsbruck mit Phänomen der sogenannten „Domino-Paare“ und den Kindern aus „schwarz-weißen“ Liebesbeziehungen. Zuletzt war er Professor an der Universität Mbuji Mayi (UNIMBUJI) in der Demokratischen Republik Kongo.
Ein anderer Zweig seiner Forschungen war das Schicksal von Nachkommen französischer Besatzungssoldaten marokkanischer Abstammung – den so genannten „Besatzungskindern“. Wegen dieser Forschungen erhielt er am 11. November 2009 in Wien, im Rahmen der Feierlichkeiten zum Gedenken an den Waffenstillstand vom 11. November 1918, die Bronzemedaille du „Souvenir Français“. Mit dieser Auszeichnung wurde ein wichtiger vergessener Teil der europäischen Zeitgeschichte ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht.
Dr. Mutombo kämpfte bis zu seinem Ableben gegen die Verwendung des Wortes Rassismus, da der „Begriff Rassismus impliziert, dass es mehrere Rassen gibt“. Er verwendete lieber den nicht ideologischen Begriff, den er selbst kreiert hat: „Parianismus“ bezeichne den Mechanismus der rassistischen Diskriminierung, ohne dabei die Menschen in Rassen einzuteilen.
Am 22. Juni 2015 starb Dr. Clement Clement Mutombo wegen schwerer Krankheit in Kinshasa, der Hauptstadt der demokratischen Republik Kongo.
Hier unten ein Interview von ihm mit Elikia Mbokolo im französischen RFI, Radio France Internationale in der Sendung Mémoire d´un Continent.





