BLACK PEOPLE IN AUSTRIA

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Ein Afrikaner schreibt neue österreichische Fußballgeschichte

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Sturm Graz holte den Ghanesen Charles Baye Amoah, Star und Goalgetter des Schweizer Nationalliga-A-Klubs FC St. Gallen. Amoah, der am 28. Februar 26 Jahre alt wird, unterschrieb einen Vertrag über viereinhalb Jahre. Die Transfersumme beträgt 6 Mill. Schweizer Franken, umgerechnet mehr als 54 Mio. Schilling.

Bisher galt der Transfer von Patrick Jezek von Tirol zur Austria als kostspieligster Deal in der Bundesliga – allerdings wurde von den damaligen 40 Mill. Schilling nur ein Teil überwiesen, der Rest waren Schulden, die Frank Stronach den Innsbruckern erließ. Dienstag vor zwei Wochen machten Sturm-Manager Heinz Schilcher und St. Gallen-Präsident Thomas Müller den Deal am Flughafen Zürich perfekt.

5 Millionen netto pro Jahr

Amoah, der in Graz fünf Mill. Schilling netto pro Jahr verdienen soll, spielte seit 1999 bei St. Gallen. In 55 Matches erzielte er 37 Tore für den regierenden Schweizer Champion. Allein in der Meistersaison 1999/2000 brachte es der Schweizer Fußballer des Jahres 2000 in 33 Spielen auf 25 Treffer. Ebenso scorte er zuletzt in der Champions-League-Qualifikation gegen Galatasaray und später im UEFA-Cup gegen Chelsea vier Mal in fünf Spielen. Grund genug für Sturm Graz mehr als 50 Mill. Schilling zu investieren.

Die Konkurrenz war hoch

Auch Manchester City und Mönchengladbach waren hinter dem Torjäger her. Zwar wurde zwischen Sturm und St. Gallen Stillschweigen über alle Vertragspunkte vereinbart. Neben der Transfersumme sickerte aber dennoch durch, dass St. Gallen bei einem Weiterverkauf prozentuell beteiligt sein wird. „Wir können ihn nicht halten. Sein Weggang hat einzig und allein finanzielle Gründe“, betonte St. Gallen-Präsident Thomas Müller und verwies auf den einstimmigen Entscheid der Klubleitung, Amoah aus seinem bis Sommer 2003 gültigen Vertrag zu entbinden.

Da Amoah in dieser Saison bereits im Europacup-Einsatz war, kann er für Sturm nicht mehr in der Champions League spielen. Eine Zusatzklausel im Vertrag sichert St. Gallen bei einem Weiterverkauf Amoahs eine prozentuelle Beteiligung zu. Außerdem verschärft sich das Grazer Legiönärsproblem: Nach Szabics, Korsos, Minavand, Popovic, Hlinka und Sidorczuk ist der Afrikaner der siebente Nicht-EU-Ausländer, erlaubt sind allerdings nur fünf.

Sturm Graz und der FC St. Gallen werden ein Freundschaftsspiel austragen. Der Transfer steht unter dem selbstverständlichen Vorbehalt der medizinischen Tests, der Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung in Österreich sowie der formellen Aufhebungsvereinbarung zwischen dem FC St. Gallen und Charles Amoah.

Trainer Osim, der Amoah im Spiel zwischen St. Gallen und Galatasaray gesehen hat, war ausnahmsweise zufrieden: „Ein Mann für die Zukunft. Er ist neben Vastic, Yuran, Kocijan und Szabics unser fünfter Stürmer. Die Konkurrenz wird größer, das kann nur gut sein.“

Der Ghanese hat alle Qualitäten, die ein überdurchschnittlicher Stürmer mit sich bringt. Er ist torgefährlich, sein Antritt ist beeindruckend, er steht stets am richtigen Ort, und er nützt jede kleine, sich ihm bietende Chance konsequent aus. Amoah ließ Erinnerungen an den Chilenen Ivan Zamorano wach werden, der vor zehn Jahren das St. Gallerner Publikum verzaubert hatte.

Position: Stürmer

Geboren: Am 28. Februar 1975

Simon Inou

Artikel erschienen in der Wiener Zeitung am 23. jänner 2001

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Herausgeber blackaustria.info

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