Arabella Kiesbauer zu Gast bei Afrikanet.info und Radio Afrika TV
Wien, 19. Oktober 2007 – Auf Einladung von Afrikanet.info kam der Medienstar Arabella Kiesbauer heute ins Studio von Radio Afrika im ORF Funkhaus, um über ihr Buch „Mein afrikanisches Herz“ zu sprechen. Sie stand Rede und Antwort zu ihrer Arbeit, ihren Eindrücken in Ghana und zu ihrer neu gefundenen Identität als Afro-Österreicherin. Zu sehen ist das Interview am 5. November um 20.00 auf Radio Afrika TV.
Simon Inou, Chefredakteur von afrikanet.info, Alexis Nshimyimana Neuberg, Leiter von Radio Afrika TV und Beatrice Achaleke, Obfrau von AFRA, International Center for Black Women’s Perspectives führten das Gespräch mit Arabella Kiesbauer. Seit fast zwanzig Jahren ist die hübsche Afro-Österreicherin nun schon in der deutschsprachigen Medienlandschaft unterwegs. Eine mitten im Leben stehende, selbstbewusste Frau – und doch hat ein Teil von ihr bis jetzt gefehlt. Eindrucksvoll erzählt die hochschwangere Arabella (Gebutstermin Ende November 2007) von der inneren Spannung nirgendwo richtig dazuzugehören. Wurde sie in Österreich doch stets als schwarze Frau angesehen, während sie in Ghana wiederum als „Weiße“ betrachtet wird. Dem Gefühl als Kosmopolitin nirgendwo und trotzdem überall zu Hause zu sein, weicht mit steigendem Alter dem Wunsch nach der einen Heimat in der man sich zugehörig fühlt. Arabella spricht über das Erbe ihres ghanaischen Vaters, diese „andere“ Hälfte ihrer Existenz, die sie so viele Jahre lang verdrängt hat.
Wer bin ich?
Es war nicht von Anfang an geplant die Öffentlichkeit an der Suche nach der Verwandtschaft des Vaters teilhaben zu lassen. Doch als prominente Person wäre auch dieser Teil des Lebensweges nicht zu verheimlichen gewesen. In ihrem Buch „Mein afrikanisches Herz“ und der dazugehörigen ORF-Dokumentation „Vater gesucht“ lässt Arabella uns bei einigen Momenten dabei sein, wenn sie mit ihrer Mutter den Weg antritt, um mit 38 Jahren ihren bislang ausgeblendeten Teil der Familie kennen zu lernen. Das Erleben ihrer afrikanischen Wurzeln in Ghana öffnet Arabella Kiesbauer die Tore zu einem Land, das ihr Leben verändert. Diese Reise anzutreten erfordert einiges an Mut, denn es war nicht abzusehen, was sie in Ghana erwartet und welche Reaktionen dieses Vorhaben hervorrufen würde. Wie würden sie die Familie empfangen? War sie überhaupt willkommen? Doch wie nicht anders zu erwarten, kam eine starke Frau aus Afrika zurück, eine Frau, die eine neue Familie, eine neue Kultur und einen neues Ich gefunden hat.
Stark sein – Konfrontationen mit Rassismus
Arabella wurde schon in den ersten Phasen ihrer Karriere mit Rassismus konfrontiert. Sie moderierte von 1989 bis 1993 das ORF-Jugendmagazin „X-Large“, wo sie unerwartet mit der Ablehnung mancher Zuseher zu kämpfen hatte, die sie aufgrund ihrer Hautfarbe nicht akzeptieren wollten. Damals wie heute lehnt Arabella Kiesbauer Rassismus ab und versucht mit Offenheit und innerer Stärke dagegen vorzugehen. Das einzige Mittel Ausländerfeindlichkeit nicht an sich herankommen zu lassen, ist besonders als Frau zu sich zu stehen und mit Selbstsicherheit und Kompetenz durchs Leben zu gehen. Arabella Kiesbauer musste wie viele andere Afro-Österreicherinnen umso mehr geben, um ans Ziel zu gelangen. „Man muss sich doppelt so gut benehmen als alle anderen“, so Arabella. Denn nur so kann man Vorurteilen keinen Platz lassen.
Neugier auf das neue Leben und neue Herausforderung
Die berufliche, sowie die private Arabella kennzeichnet Offenheit und Neugierde. Afrika ist ein neuer Teil von ihr und sie ist bereit, mehr über ihre Wurzeln zu lernen und dieses Wissen an ihre Tochter weiterzugeben. Helfen könnten ihr dabei die afrikanischen Communities, um sich selber besser kennen zu lernen und um die Probleme, denen viele schwarze Menschen in Österreich gegenüberstehen, nachvollziehen zu können. Ihre Tochter wird Ende November zur Welt kommen, dann hat Arabella eine neue Herausforderung zu bewältigen, nämlich ein Kind auf eine Gesellschaft vorzubereiten, die sich Menschen mit schwarzer Hautfarbe immer noch verschließt, in der ausländerfeindliche Beschmierungen an der Tagesordnung stehen und Multikulturalität eher als Bedrohung statt als Bereicherung gesehen wird. Wir wünschen ihr und ihrer Familie viel Glück für die Zukunft.

Arabella Kiesbauer
Mein afrikanisches Herz
250 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen,
14 x 22 cm, gebunden, mit Schutzumschlag.
Erschienen: September 2007
ISBN: 3-86612-132-6
EAN: 9783866121324
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