Emeka Assor: „Integration heißt für uns, sich in Österreich so gut wie möglich anzupassen“
Emeka Assor jnr. (23) kommt aus Süd-Nigeria. Der Student der Rechtswissenschaften und juristischer Mitarbeiter einer Anwaltskanzlei war immer in Politik und Wirtschaft interessiert. Seit März 2007 ist er Obmann vom „Verein der Konservativen Migranten“ – VKM. Ein Email Interview mit Simon INOU.
Wann wurde der Verein gegründet? Welche Ziele hat sich der Verein fixiert?
Der Verein wurde offiziell im März 2007 gegründet aber wir waren schon seit Oktober 2006 tätig. Der Verein möchte als Anlaufstelle für Menschen die eine konservative Weltanschauung innehaben fungieren. Dass ist leider keine Selbstverständlichkeit in dieser Gesellschaft. Jedem Migranten in Österreich wird immer gleich eine politisch Linke Gesinnung zugeschrieben. Und wir machen sicher keinen auf Opferrolle. Denn dass können wir nicht mehr hören. Immer diese Opferrolle, mit Opfer assoziiere ich Schwäche und glauben sie mir, Migranten sind nicht schwach.
Wie kamen Sie auf dieser Idee den VKM zu gründen? Warum die Betonung „Konservativer Migrant?
Weil dass alles in einem Wort beschreibt. Wir sind wertkonservative Personen die ihren Konservatismus aus ihren Herkunftskulturen begründen. Wieso sollte ich nicht meiner Überzeugung nach handeln und mich dem entsprechend artikulieren. Es gibt gewisse gesellschaftliche Werte die einfach essentiell für uns sind und die wir erhalten möchten.
Wie definieren Sie sich als Konservativer Migrant? Welche Werte sind für Sie wichtig? Die des Gastlandes oder des Ursprungslandes?
Beide, eindeutig! Wir erleben viele Menschen die aus traditionsreichen und sehr religiösen Ländern kommen und hier auf einmal auf Superlinke tun. Diese Personen haben eindeutig einen konservativen Hintergrund. Darum sage ich dass wenn ein Migrant aus solchen Verhältnissen kommt und dass ist bei den meisten Migranten in Österreich so dann sollte man in seiner neuen Heimat nicht gleich seine Werte über Bord schmeißen. Meine Herkunftskultur steht ja in keinem Widerspruch zu meinem Leben in Österreich. Was ich sagen will man muss sich nicht verstellen und ich finde das tun viele Migranten in Österreich. Ich möchte da ein Beispiel aus meinem Herkunftskreis nehmen; ich kenne viele Afrikaner in Österreich die sich in den „sogenannten liberalen Parteien“ engagieren. Aber wenn sie diese Leute näher kennen lernen merken sie dass sie die für uns typischen konservativen Merkmale auf weißen. Sie sind meistens religiöse Menschen, aus traditionellen Familien und viele von ihnen sind unternehmerisch tätig. In der alten Heimat würden sie alle konservative Parteien wählen aber hier ist das auf einmal anders. Wir stehen zu unseren konservativen Werten und werden nach denen auch agieren.
Auf der ÖVP Homepage* lesen wir im Forum einen Satz von Ihnen: „Integration heißt für uns, sich in Österreich so gut wie möglich anzupassen“…Was verstehen Sie darunter?
Ich verstehe darunter dass man als Migrant als aller erstes Mal ein ordentliches Deutsch spricht. Wenn ich in Österreich kein Deutsch spreche dann kann es nur schwierig werden. Denn wenn ich in einem mir fremden Land bin, muss ich zu erst einmal mich mit den Menschen in meiner Umgebung verständigen können. Wenn mir dass auf Grund meiner fehlenden Sprachkenntnisse nicht möglich ist, muss ich schauen dass ich diese Kenntnisse erlange um später mit meiner Umgebung interagieren zu können. Unsere Formel lautet:
Sprache = Kommunikation = Integration
Auf der Homepage Ihres Vereins nennen Sie fünf Themen, die für Ihren Verein Vorrang sind: Familie, Religion, Wirtschaft, Jugend und Bildung.. Wie ÖVP nah ist der Verein?
Religion ist uns mal sehr wichtig. Für uns bedeutet das jede Religion. Wir haben Christen wie Moslems in unserem Verein und je mehr wir uns über unsere Religionen austauschen desto mehr erkennen wir dass Gemeinsame das vorhanden ist. Und eines ist uns allen klar und das sagen wir in aller Deutlichkeit, Religion ist uns wichtig!
Wir sind alle familienbewusste Menschen, dass heißt die traditionelle Familie liegt uns sehr am Herzen. Wir möchten uns dafür einsetzen dass die Institution Familie in der Gesellschaft und Öffentlichkeit den Respekt bekommt den sie verdient hat.
Wirtschaft ist eines unserer Kernthemen, leistungsorientiertes wirtschaften ist für die Existenz jeder Person wichtig. Egal ob man in einem Betrieb arbeitet oder ob man unternehmerisch tätig ist.
Das Thema Jugend ist uns insofern wichtig da wir sagen, dass man der Jugend klare Ziele und manchmal auch Anweisungen geben muss um eine bessere Zukunft für sie zu ermöglichen.
Bildung ist notwendig je mehr desto besser und vor allem je früher desto besser. Wir brauchen mehr Politiker Akademiker und Vertreter mit Migrationsherkunft in Führungsebenen großer Institutionen und das kann man nur durch Bildung schaffen und ermöglichen. Da setzen wir uns mit unserem VKM- Nachhilfeprojekt (1 Stunde um 5 Euro) aktiv ein.
Die ÖVP ist die Partei die uns inhaltlich am meisten anspricht. Wir haben viele Freunde in der ÖVP die uns sehr unterstützen. Aber um ihre Frage zu beantworten wir sind keine ÖVP Mitglieder aber wir sind definitiv ÖVP Freunde.
In einem Forum auf der Homepage im Bezug auf der Gründung der Integrationsplattform schreiben Sie folgendes: „Der Verein der Konservativen Migranten bietet der ÖVP, in ihrem Bestreben eine zukunftsorientierte Integration zu betreiben, vollste Unterstützung an.“
Das ist der Sinn und Zweck unseres Vereins. Wir haben uns zusammen getan um konstruktive Integrationsarbeit zu betreiben. Logische Konsequenz daraus ist dass wir der ÖVP beistehen und sie bei ihrer Arbeit unterstützen. Natürlich schätz dass die ÖVP sehr denn sie möchte Integrationsarbeit mit „Best Practice“ Migranten betreiben und wer wäre da geeigneter als der VKM!?!
Im VKM Team auf der Homepage ist keine Frau zu sehen. Wo bleiben die Frauen? Welche Rolle hätte Ihrer Meinung Nach Frauen in einem konservativen Verein? Wer kann bei Ihnen Mitglied sein?
Frauen sind sehr wichtig für uns. Wir erklären unsere Konstellation daher dass wir einfach so im Vorstand begonnen haben. Das VKM Team ist eigentlich nur der Vorstand. Aber Natürlich haben wir auch Frauen in unserem Verein. Sogar sehr kompetente Frauen. Es kann jeder Mitglied werden der sich für lebensnahe Integrationsarbeit interessiert. Jeder der aktiv den Menschen helfen möchte. Wir laden alle herzlich ein mitzugestalten.
Danke für Ihre Zeit
Bitte sehr
Verein der konservativen Migranten
http://www.vkm-wien.at/
Alle Bilder stammen aus der Internetseite vkm-wien.at – Mit freundlicher Genehmigung
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*http://www.oevp.at/integration/index.aspx?pageid=18086





